02.12.2010 - "Barrierefreiheit" und Türautomation - die neue DIN 18040

Hagen/Iserlohn. Im November 2010 hat der Fachverband Türautomation (FTA) zusammen mit der GGT Deutsche Gesellschaft für Gerontotechnik® mbH in den Räumlichkeiten der GGT in Iserlohn ein Architektenseminar "Barrierefreiheit beginnt schon an der Tür" durchgeführt.

Die Aktualität der Thematik "Barrierefreiheit" zeigte sich am großen Interesse der teilnehmenden Architekten, welches u.a. auch auf die Neuerscheinung der DIN 18040 ? Barrierefreies Bauen zurückzuführen ist. Die Planungsanforderung an barrierefreies Bauen ändert sich zur Zeit entscheidend, denn die alten Normen DIN 18024 und DIN 18025 werden zum großen Teil durch die neue DIN 18040 abgelöst. Ein wichtiger Bestandteil beim barrierefreien Bauen sind die Gebäudezugänge, welche in der DIN 18040 ausführlich unter dem Thema Tür und Türautomation behandelt werden.

Teil 1 (Öffentlicher Bereich) der DIN 18040 ist mit Ausgabe Oktober 2010 erschienen. Teil 2 (Wohnungen) befindet sich noch in der redaktionellen Bearbeitung und wird voraussichtlich April 2011 erhältlich sein.

Markus Sauer, Schulungsleiter der GGT, zeigte den Architekten auf, welche zielgruppenspezifischen Anforderungen aufgrund des demografischen Wandels zukünftig zu berücksichtigen sind. Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass die Bevölkerung in Deutschland und Europa zunehmend älter wird. Im Jahr 2030 wird 1/3 der Bevölkerung über 60 Jahre alt sein, nahezu die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland ist dann 50 Jahre oder älter. Bereits heute gibt es in Deutschland deutlich mehr Menschen über 50 als Kinder und Jugendliche. Dies stellt Problem und Chance gleichermaßen dar, denn den "typischen Senior" gibt es nicht mehr ? es gibt viele unterschiedliche Lebensstile, Wünschen und Anforderungen, aber auch völlig verschiedene Einschränkungen. Neben diesen sich zu stellenden Herausforderungen erläuterte Sauer die wesentlichen Änderungen der neuen DIN 18040 gegenüber der alten DIN 18024 und 18025 ? wie z.B., dass Eingangstüren vorzugsweise automatisch sein sollten.

Im anschließenden Vortrag von Norbert Jeschner, Vorsitzender des FTA, erfuhren die Teilnehmer, welche Variantenvielfalt und Einsatzmöglichkeiten von automatischen Türsystemen für barrierefreies Bauen bestehen. Da der FTA nachhaltig den Gedanken von barrierefreiem Bauen fördert, hat er maßgeblich an der Erarbeitung der neuen DIN 18040 mitgewirkt. Neben den neuen normativen Anforderungen der DIN 18040 Teil 1 wurden in dem Vortrag die wesentlichen Änderungen für automatische Türen aufgezeigt, sowie die Vorzüge von Schiebe-, Drehflügel- sowie Karussell-Türen näher erläutert. Dabei stellte Jeschner heraus, dass sich der normative Rahmen in Bezug auf Zugänge und Türen nicht nur auf die DIN-Vorschriften rund um das Thema "Barrierefreiheit" beschränkt, sondern sich auch in den Richtlinien, Produktnormen sowie in der Sicherheitsnorm DIN 18650 wieder findet.

Aus Sicht des FTA muss es Ziel sein, ein Selbstverständnis zur Barrierefreiheit von vornherein zu schaffen, so dass relevante Aspekt schon bei der Planung und Konzeption u.a. von Gebäuden berücksichtigt werden. Dadurch könnten auch eventuelle spätere kostenintensive Umbaumaßnahmen vermieden werden. Durch Automatiktüren wird außerdem der Komfort für Personen und Publikumsverkehr gesteigert und Diskriminierung von Behinderten verhindert.

Die abschließende Führung durch die Ausstellung der GGT rundete das Seminar ab, wobei barrierefreie Räume gezeigt und nutzergerechte Lösungen getestet werden konnten. So wurde den Teilnehmern des Seminars deutlich, dass mit automatisch öffnenden Türen Brücken geschlagen und bauliche Hindernisse überwunden werden können. Ein kleiner Aufwand mit großer Wirkung, der bereits selbstverständlich sein könnte und von Planern sowie Investoren grundsätzlich berücksichtigt werden sollte.

Aufgrund des großen Interesses an dem Seminar sollen weitere Architektenseminare in 2011 durchgeführt werden, welche als Weiterbildung durch die Architektenkammer NRW anerkannt sind.

Im Fachverband Türautomation (FTA) haben sich in Deutschland die weltweit größten Hersteller von Automatiktüren zusammengeschlossen. Ziel ist es, umfassend und lösungsorientiert zu beraten, einen gleich bleibend hohen Qualitätsstandard zu gewährleisten und über die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten zu informieren. Der FTA ist Partner für alle, die sich für mehr Komfort und Sicherheit in barrierefreien Gebäuden und damit für mehr Lebensqualität einsetzen.